Traumatherapie macht mir Angst. Mir geht’s schlecht, aber ich will mein Trauma nicht nochmal durchleben. Macht Therapie da überhaupt Sinn?
Grundsätzlich gehen wir in der Therapie nur so weit und nur so schnell vor, wie Sie als Patient*in das können und wollen. Beim ersten Therapie-Anlauf reicht es vielen Traumatisierten aus, erst einmal stabilisiert zu werden und wieder im Alltag zurecht zu kommen. Das ist völlig legitim und ich unterstütze Sie, wenn Sie nach der ersten Phase der Trauma-Therapie (erstmal) aufhören möchten. Niemand zwingt Sie, Ihr Trauma erneut zu durchleben – sofern nicht intrusive Erinnerungen und Flashbacks zu Ihren Symptomen gehören.
Wenn neben der Traumafolgestörung weitere Erkrankungen vorliegen, was häufig vorkommt, muss diagnostisch abgeklärt werden, welche Reihenfolge und Art der Behandlung sinnvoll ist. Die Trauma-Exposition kann sogar (vorübergehend) kontra-indiziert sein.
Allerdings möchte ich Sie auch ermutigen. Es gibt verschiedene Verfahren, die teilweise sehr, sehr anstrengend sind, wie die Narrative Expositionstherapie, bei der Sie die traumatische Erfahrung im Detail erzählen. Das muss man wollen. Und es gibt Verfahren, die für Kinder entwickelt wurden, wie die I.T.S. – Integration Traumaassoziierter Selbstanteile, bei denen das Trauma sogar bearbeitet werden kann, ohne es auszusprechen – weil es auch für Erfahrungen angewendet werden kann, die vor dem Spracherwerb liegen. Zur Therapie gehört eine gründliche Aufklärung und wir entscheiden immer zusammen, wie wir weitermachen. Ich gebe eine fachliche Empfehlung ab, der Sie zustimmen können oder nicht. Wir machen nur, womit Sie einverstanden sind.
Ich bin gar nicht traumatisiert. Kann ich trotzdem zu Ihnen in Therapie kommen?
Natürlich. Mein Arbeitsschwerpunkt ist die Therapie von Traumafolgen, Belastungsreaktionen und Anpassungsstörungen, aber ich behandle auch gern Patient*innen mit anderen psychischen Symptomatiken, sofern diese nicht so schwerwiegend bzw. dergestalt sind, dass sie in die Hände eine*r Psychiater*in gehören und/oder medikamentös behandelt werden müssen.
Ich behandle z.B. keine Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis, Suchtmittelabhängigkeiten, Entwicklungsstörungen, manische und bipolare Verläufe, schwere Depressionen oder bestimmte Persönlichkeitsstörungen. Wenn psychische Symptome als Teil oder Folge einer körperlichen Erkrankung auftreten, behandle ich diese nur „mit“, wenn und solange die zugrunde liegende körperliche Erkrankung ärztlich behandelt wird.
Haben Sie aktuell Therapieplätze frei?
Aktuell nehme ich keine neuen Patienten auf. Es gibt allerdings vereinzelt Kapazitäten für psychosoziale Beratung (auch online) und kurzfristige Interventionen. Voraussichtlich ab März werden auch wieder Therapieplätze frei. Vereinbaren Sie bei Interesse bitte einen Termin für ein Erstgespräch.
Ich suche eigentlich nach einer Therapeutin mit Kassensitz. Nehmen Sie auch Patienten an, die nur die Wartezeit überbrücken wollen?
Die Wartezeiten auf einen Therapieplatz können sehr lang sein und Symptome können sich unbehandelt verschlimmern. Sofern ich Kapazitäten frei habe, helfe ich Ihnen gern, die Wartezeit zu überbrücken. Wir entscheiden gemeinsam, ob es wirklich Sinn macht, in so einem Fall in die Therapie einzusteigen, die möglicherweise dann jemand mit einem anderen Verfahren weiterführt, oder ob eine psychosoziale Beratung die angemessenere Wahl ist.
Kann die Therapie auch online stattfinden?
Ja, es ist erlaubt, Psychotherapien online durchzuführen, wobei das Erstgespräch und die Anamnese nach Möglichkeit im direkten, persönlichen Kontakt erfolgen und die Regel auch weiterhin die persönliche Sitzung sein soll. Ich bin selbst kein großer Fan von Online-Sitzungen, da dabei viele Informationen, die die Körpersprache liefert, nicht unmittelbar wahrnehmbar sind. Bevor jedoch keine Behandlung erfolgt, weil die Patient*in z.B. körperlich erkrankt ist oder jemand mit einer sozialen Phobie sich nicht in die Praxis traut, kann die Therapie auch online erfolgen.